19. August 2026
Warum ich auf zwei Stimmzetteln stehe
Der häufigste Satz, den ich am Wahlkampfstand höre, ist nicht „Was wollen Sie ändern?". Er lautet: „Was denn nun — FDP oder unabhängig?"
Die Frage ist berechtigt, und sie verdient eine ordentliche Antwort statt eines Wahlkampfspruchs.
Die kurze Version
Am 13. September stehe ich auf zwei Stimmzetteln. Für den Kreistag des Landkreises Northeim kandidiere ich für die FDP, für den Stadtrat Bad Gandersheim bei DU – Die Unabhängigen. Zwei Wahlen, zwei Kandidaturen, zwei getrennte Listen. Keine Listenverbindung, kein gemeinsames Programm.
Warum das kein Widerspruch ist
Kreistag und Stadtrat entscheiden über sehr verschiedene Dinge.
Der Landkreis ist Schulträger, verantwortet den Rettungsdienst, die Kreisstraßen, den öffentlichen Nahverkehr, die Ausländerbehörde, das Gesundheitsamt. Das sind Aufgaben, bei denen es um Grundsatzfragen geht: Wie viel Verwaltung wollen wir? Wie viel Freiheit trauen wir Menschen und Unternehmen zu? Wer bezahlt am Ende? Auf dieser Ebene gibt es unterschiedliche Antworten, und die kommen aus unterschiedlichen politischen Grundhaltungen. Meine ist liberal. Deshalb kandidiere ich dort für eine Partei, die genau diese Antworten gibt — nachlesbar in einem Programm, das man mir vorhalten kann.
Der Stadtrat ist etwas anderes. Ob das Leerstandskataster kommt, ob ein Dorfgemeinschaftshaus saniert oder umgenutzt wird, ob eine Beschlussvorlage ihre Folgekosten ausweist — das sind keine weltanschaulichen Fragen. Das sind Fragen von Sorgfalt und Zuständigkeit. In einer Stadt, deren geplante Defizite sich für 2024 bis 2026 auf nahezu 20 Millionen Euro summieren, hilft kein Parteibuch weiter. Da hilft, dass jemand die Unterlagen liest, bevor er die Hand hebt.
Was mich in beiden Fällen antreibt
So verschieden die Ebenen sind: Ich stelle auf beiden dieselbe Frage. Funktioniert das — und was kostet es am Ende wirklich?
Beruflich verantworte ich die IT-Sicherheit eines Unternehmens mit rund 120 Standorten. Meine Aufgabe ist, Ausfälle zu verhindern, bevor sie passieren, und zu wissen, was sie kosten, wenn sie doch passieren. Diese Denkweise ist keine Berufskrankheit, sondern das Gegenteil von Symbolpolitik: Erst nachrechnen, dann entscheiden.
Genau daran hat es in Bad Gandersheim zu oft gefehlt. Entscheidungen wurden getroffen, ohne dass die langfristigen Folgen auf dem Tisch lagen. Wenn die Rechnung dann kommt, ist niemand mehr zuständig. Vertrauen entsteht durch Transparenz, nicht durch Beschönigung — deshalb kandidiere ich.
Was ich Ihnen nicht erzähle
Ich könnte jetzt schreiben, dass ich bei beiden Kandidaturen völlig frei bin und mir niemand hineinredet. Das wäre unehrlich.
Wer für eine Partei antritt, trägt ein Programm mit, das er nicht allein geschrieben hat, und arbeitet in einer Fraktion, die sich abstimmt. Wer für eine Wählergemeinschaft antritt, trägt ein Programm mit, das über hundert Menschen gemeinsam erarbeitet haben. Beides bedeutet, dass man sich nicht bei jedem Punkt durchsetzt. Das ist keine Schwäche, das ist der Unterschied zwischen Politik und Meinung haben.
Ich stehe hinter beiden Programmen vollständig. Auf meiner Website finden Sie sie im Wortlaut, dazu jeweils die vier Punkte, die ich besonders vorantreiben möchte. Lesen Sie beides — und fragen Sie mich, wenn Sie etwas darin nicht überzeugt.
Und praktisch?
Sie bekommen am 13. September für jede Wahl einen eigenen Stimmzettel. Auf jedem einzelnen davon haben Sie drei Stimmen — nicht drei insgesamt. Sie können alle drei einer Person geben oder verteilen, auch über Listen hinweg.
Für den Kreistag stehe ich im gesamten Wahlbereich Bad Gandersheim · Kalefeld · Einbeck III (das ist die ehemalige Gemeinde Kreiensen) zur Wahl, für den Stadtrat in Bad Gandersheim.
Sie müssen mich nicht zweimal wählen. Wenn Sie es tun, wissen Sie jetzt, warum ich zweimal antrete.